Laut einem neuen, von der Regierung gebilligten Gesetzesentwurf könnten Projekte zur Erzeugung von grünem Wasserstoff in Ägypten Steuervergünstigungen von bis zu 55 Prozent erhalten. Dies ist Teil der Bemühungen des Landes, seine Position als weltweit führender Wasserstoffproduzent zu stärken. Wie die Höhe der Steuervergünstigungen für einzelne Projekte festgelegt wird, ist noch unklar.
Die Steuergutschrift gilt auch für Entsalzungsanlagen, die einen nicht offengelegten Prozentsatz an Wasser für das Projekt „Grüner Wasserstoff“ liefern, sowie für Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien, die mindestens 95 Prozent des Stroms für das Projekt „Grüner Wasserstoff“ liefern.
Das Gesetz, das in einer Sitzung unter dem Vorsitz des ägyptischen Premierministers Mustafa Madbouli verabschiedet wurde, legt strenge Kriterien für finanzielle Anreize fest. Projekte müssen demnach mindestens 70 Prozent ihrer Finanzierung durch ausländische Investoren sichern und mindestens 20 Prozent der Komponenten in Ägypten herstellen. Die Projekte müssen innerhalb von fünf Jahren nach Inkrafttreten des Gesetzes betriebsbereit sein.
Neben den Steuererleichterungen sieht der Gesetzentwurf eine Reihe finanzieller Anreize für Ägyptens aufstrebende grüne Wasserstoffindustrie vor, darunter Mehrwertsteuerbefreiungen für den Kauf von Projektausrüstung und Materialien, Befreiungen von Steuern im Zusammenhang mit der Unternehmens- und Grundstücksregistrierung sowie von Steuern auf die Einrichtung von Kreditfazilitäten und Hypotheken.
Projekte zur Herstellung von grünem Wasserstoff und Derivaten wie grünem Ammoniak oder Methanol profitieren ebenfalls von Zollbefreiungen für importierte Waren gemäß dem Gesetz, mit Ausnahme von Personenkraftwagen.
Um ausländische Investoren anzulocken, hat Ägypten außerdem gezielt die Suezkanal-Wirtschaftszone (SCZONE) geschaffen, eine Freihandelszone in der geschäftigen Suezkanalregion.
Außerhalb der Freihandelszone schloss das staatliche ägyptische Unternehmen Alexandria National Refining and Petrochemicals Company kürzlich eine Vereinbarung zur gemeinsamen Entwicklung mit dem norwegischen Produzenten erneuerbarer Energien Scatec ab. Im Hafen von Damietta soll eine 450 Millionen US-Dollar teure Anlage zur Herstellung von grünem Methanol gebaut werden, die voraussichtlich rund 40.000 Tonnen Wasserstoffderivate pro Jahr produzieren wird.
Veröffentlichungsdatum: 22. Mai 2023
