Frans Timmermans, Exekutiv-Vizepräsident der EU: Entwickler von Wasserstoffprojekten werden mehr bezahlen müssen, wenn sie sich für EU-Zellen anstelle chinesischer entscheiden.

Frans Timmermans, Exekutiv-Vizepräsident der Europäischen Union, sagte auf dem Weltwasserstoffgipfel in den Niederlanden, dass Entwickler von grünem Wasserstoff eher bereit seien, für qualitativ hochwertige Zellen aus der Europäischen Union, die in der Zelltechnologie immer noch weltweit führend ist, mehr zu bezahlen als für billigere Zellen aus China.Er sagte, die EU-Technologie sei nach wie vor wettbewerbsfähig. Es ist wohl kein Zufall, dass Unternehmen wie Viessmann (ein in amerikanischem Besitz befindliches deutsches Heizungstechnikunternehmen) diese herausragenden Wärmepumpen herstellen (die amerikanische Investoren überzeugen). Obwohl die Produktion dieser Wärmepumpen in China möglicherweise günstiger ist, ist die Qualität hoch und der höhere Preis gerechtfertigt. Die Elektrolysezellenindustrie in der Europäischen Union befindet sich in einer ähnlichen Situation.

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Die Bereitschaft, für Spitzentechnologie aus der EU mehr zu bezahlen, könnte der EU helfen, ihr angestrebtes Ziel von 40 % „Made in Europe“-Produktion zu erreichen. Dieses Ziel ist Teil des im März 2023 angekündigten Entwurfs des Gesetzes für klimaneutrale Industrien. Der Gesetzentwurf sieht vor, dass 40 % der Dekarbonisierungsanlagen (einschließlich Elektrolysezellen) von europäischen Herstellern stammen müssen. Die EU verfolgt ihr Klimaneutralitätsziel, um Billigimporten aus China und anderen Ländern entgegenzuwirken. Das bedeutet, dass 40 % bzw. 40 GW der insgesamt von der EU angestrebten installierten Zellleistung von 100 GW bis 2030 in Europa hergestellt werden müssen. Herr Timmermans gab jedoch keine detaillierte Antwort darauf, wie die 40-GW-Zelle in der Praxis funktionieren soll und insbesondere wie die Umsetzung vor Ort erfolgen soll. Es ist außerdem unklar, ob die europäischen Zellhersteller über ausreichende Kapazitäten verfügen, um bis 2030 40 GW an Zellen zu liefern.

In Europa planen mehrere in der EU ansässige Zellproduzenten wie Thyssen und Kyssenkrupp Nucera und John Cockerill, ihre Kapazitäten auf mehrere Gigawatt (GW) auszubauen und planen außerdem den Bau von Werken auf der ganzen Welt, um die internationale Marktnachfrage zu decken.

Herr Timmermans lobte die chinesische Fertigungstechnologie in höchsten Tönen. Sie könne, so seine Aussage, einen bedeutenden Teil der Elektrolysezellenkapazität der verbleibenden 60 Prozent des europäischen Marktes abdecken, sollte das EU-Gesetz zur Klimaneutralität in Kraft treten. Man solle die chinesische Technologie niemals abwerten (respektlos darüber sprechen), sie entwickle sich rasant.

Er sagte, die EU wolle die Fehler der Solarbranche nicht wiederholen. Europa war einst führend im Bereich Photovoltaik, doch mit zunehmender Reife der Technologie unterboten chinesische Wettbewerber in den 2010er-Jahren die europäischen Produzenten und brachten die Branche beinahe zum Erliegen. Die EU entwickelt die Technologie hier und vermarktet sie dann effizienter in anderen Teilen der Welt. Die EU muss unbedingt weiterhin in die Elektrolysezellentechnologie investieren, selbst wenn Kostenunterschiede bestehen. Wenn der Gewinn jedoch gedeckt werden kann, wird weiterhin Interesse am Kauf bestehen.

 


Veröffentlichungsdatum: 16. Mai 2023
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