Unter 1 Euro pro Kilo! Die Europäische Wasserstoffbank will die Kosten für erneuerbaren Wasserstoff drastisch senken.

Laut dem Bericht „Zukunftstrends der Wasserstoffenergie“ der Internationalen Wasserstoffkommission wird sich die weltweite Nachfrage nach Wasserstoffenergie bis 2050 verzehnfachen und bis 2070 520 Millionen Tonnen erreichen. Die Nachfrage nach Wasserstoffenergie in jeder Branche umfasst selbstverständlich die gesamte Wertschöpfungskette, von der Wasserstoffproduktion über Speicherung und Transport bis hin zu Handel, Verteilung und Nutzung. Nach Einschätzung des Internationalen Komitees für Wasserstoffenergie wird der Produktionswert der globalen Wasserstoffindustrie bis 2050 2,5 Billionen US-Dollar übersteigen.

Aufgrund des enormen Einsatzpotenzials von Wasserstoffenergie und der enormen Wertschöpfungskette in der Industrie ist die Entwicklung und Nutzung von Wasserstoffenergie nicht nur für viele Länder zu einem wichtigen Weg zur Energiewende geworden, sondern auch zu einem wichtigen Bestandteil des internationalen Wettbewerbs.

Nach vorläufigen Statistiken haben 42 Länder und Regionen Wasserstoffenergiepolitiken erlassen, und 36 Länder und Regionen bereiten Wasserstoffenergiepolitiken vor.

Im globalen Wettbewerb um Wasserstoffenergie streben Schwellenländer gleichzeitig den Ausbau der grünen Wasserstoffindustrie an. So hat beispielsweise die indische Regierung 2,3 Milliarden US-Dollar für die Förderung grüner Wasserstoff bereitgestellt, Saudi-Arabien plant mit seinem Zukunftsprojekt NEOM den Bau einer Wasserkraft-Hydrolyseanlage mit einer Leistung von über 2 Gigawatt, und die Vereinigten Arabischen Emirate wollen in den nächsten fünf Jahren jährlich 400 Milliarden US-Dollar in den Ausbau des Marktes für grünen Wasserstoff investieren. Auch Brasilien und Chile in Südamerika sowie Ägypten und Namibia in Afrika haben Investitionen in grünen Wasserstoff angekündigt. Die Internationale Energieorganisation (IEO) prognostiziert daher, dass die weltweite Produktion von grünem Wasserstoff bis 2030 36.000 Tonnen und bis 2050 320 Millionen Tonnen erreichen wird.

Die Wasserstoffentwicklung in den Industrieländern ist noch ambitionierter und stellt höhere Anforderungen an die Kosten der Wasserstoffnutzung. Laut der Nationalen Strategie und dem Fahrplan für saubere Wasserstoffenergie des US-Energieministeriums wird der Inlandsbedarf an Wasserstoff in den USA bis 2030, 2040 und 2050 auf 10 Millionen Tonnen, 20 Millionen Tonnen bzw. 50 Millionen Tonnen pro Jahr steigen. Gleichzeitig sollen die Produktionskosten für Wasserstoff bis 2030 auf 2 US-Dollar pro Kilogramm und bis 2035 auf 1 US-Dollar pro Kilogramm sinken. Auch Südkoreas Gesetz zur Förderung der Wasserstoffwirtschaft und des Wasserstoffsicherheitsmanagements sieht vor, importiertes Rohöl bis 2050 durch importierten Wasserstoff zu ersetzen. Japan wird Ende Mai seine grundlegende Wasserstoffenergiestrategie überarbeiten, um die Wasserstoffimporte auszuweiten, und betont die Notwendigkeit, Investitionen in den Aufbau einer internationalen Lieferkette zu beschleunigen.

Auch Europa unternimmt kontinuierliche Anstrengungen im Bereich der Wasserstoffenergie. Der EU-Plan „Repower EU“ sieht vor, bis 2030 jährlich 10 Millionen Tonnen erneuerbaren Wasserstoff zu produzieren und zu importieren. Zu diesem Zweck wird die EU die Wasserstoffenergie durch verschiedene Projekte wie die Europäische Wasserstoffbank und den Investitionsplan Europa finanziell fördern.

London – Laut Daten von ICIS kann erneuerbarer Wasserstoff zu Preisen von unter 1 Euro/kg verkauft werden, sofern die Produzenten die maximale Unterstützung der Europäischen Wasserstoffbank erhalten, wie aus den von der Europäischen Kommission am 31. März veröffentlichten Bedingungen hervorgeht.

Die im September 2022 angekündigte Bank hat zum Ziel, Wasserstoffproduzenten durch ein Auktionssystem zu unterstützen, das die Bieter nach dem Preis pro Kilogramm Wasserstoff einstuft.

Mithilfe des Innovationsfonds stellt die Kommission 800 Millionen Euro für die erste Auktion bereit, die von der Europäischen Entwicklungsbank gefördert wird. Die Subventionen sind auf 4 Euro pro Kilogramm begrenzt. Der zu versteigernde Wasserstoff muss dem neuseeländischen Gesetz zur Genehmigung erneuerbarer Kraftstoffe (RFNBO), auch bekannt als „Erneuerbarer Wasserstoff“, entsprechen. Das Projekt muss innerhalb von dreieinhalb Jahren nach Förderbeginn die volle Produktionskapazität erreichen. Sobald die Wasserstoffproduktion anläuft, stehen die Mittel zur Verfügung.

Der erfolgreiche Bieter erhält anschließend für zehn Jahre einen festen Betrag, der sich nach der Anzahl der Gebote richtet. Bieter dürfen maximal 33 % des verfügbaren Budgets in Anspruch nehmen und müssen ein Projekt mit einer Mindestleistung von 5 MW realisieren.

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1 Euro pro Kilogramm Wasserstoff

Die Niederlande werden ab 2026 erneuerbaren Wasserstoff im Rahmen eines zehnjährigen Stromabnahmevertrags (PPA) produzieren. Die Kosten belaufen sich laut ICIS-Bewertung vom 4. April auf 4,58 Euro/kg (Projektkostendeckung). Für den zehnjährigen PPA berechnete ICIS die Amortisation der Investitionskosten für den Elektrolyseur während der Vertragslaufzeit. Die Kosten werden somit am Ende des Förderzeitraums gedeckt sein.

Da Wasserstoffproduzenten eine vollständige Subvention von 4 € pro kg erhalten können, reichen bereits 0,58 € pro kg Wasserstoff aus, um die Investitionskosten zu decken. Produzenten müssen den Abnehmern daher nur weniger als 1 € pro Kilogramm berechnen, damit das Projekt rentabel wird.


Veröffentlichungsdatum: 10. April 2023
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