Afrikanische Graphitlieferanten erhöhen ihre Produktion, um Chinas steigende Nachfrage nach Batteriematerialien zu decken. Laut Daten von Roskill stiegen die Exporte von Naturgraphit aus Afrika nach China im ersten Halbjahr 2019 um mehr als 170 %. Mosambik ist Afrikas größter Graphitexporteur und liefert hauptsächlich kleine und mittelgroße Graphitflocken für Batterieanwendungen. Das Land im südlichen Afrika exportierte in den ersten sechs Monaten des Jahres 2019 100.000 Tonnen Graphit, wovon 82 % nach China gingen. Zum Vergleich: 2018 exportierte Mosambik 51.800 Tonnen, im Vorjahr hingegen nur 800 Tonnen. Das exponentielle Wachstum der Graphitlieferungen aus Mosambik ist größtenteils auf Syrah Resources und sein Balama-Projekt zurückzuführen, das Ende 2017 gestartet wurde. Die Graphitproduktion betrug im vergangenen Jahr 104.000 Tonnen, und die Produktion im ersten Halbjahr 2019 erreichte 92.000 Tonnen.
Roskill schätzt, dass der Bedarf der Batterieindustrie an Naturgraphit von 2018 bis 2028 jährlich um 19 % steigen wird. Dies entspricht einem Gesamtbedarf von fast 1,7 Millionen Tonnen Graphit. Selbst wenn das Balama-Projekt seine volle Kapazität von 350.000 Tonnen pro Jahr erreicht, wird die Batterieindustrie also noch lange zusätzlichen Graphit benötigen. Die Endabnehmerbranchen für größere Graphitplatten (z. B. Flammschutzmittel, Dichtungen usw.) sind zwar deutlich kleiner als die Batterieindustrie, die Nachfrage aus China wächst jedoch weiterhin. Madagaskar ist einer der Hauptproduzenten von großen Graphitflocken. In den letzten Jahren sind die Graphitexporte der Insel rasant gestiegen, von 9.400 Tonnen im Jahr 2017 auf 46.900 Tonnen im Jahr 2018 und 32.500 Tonnen im ersten Halbjahr 2019. Zu den bekanntesten Graphitproduzenten Madagaskars zählen die Tirupati Graphite Group, Tablissements Gallois und Bass Metals aus Australien. Tansania entwickelt sich zu einem bedeutenden Graphitproduzenten. Die Regierung hat kürzlich die Bergbaulizenzen neu erteilt, und zahlreiche Graphitprojekte werden voraussichtlich noch in diesem Jahr genehmigt.
Eines der neuen Graphitprojekte ist das Mahenge-Projekt von Heiyan Mining, das im Juli eine neue Machbarkeitsstudie (DFS) zur Schätzung der jährlichen Graphitkonzentrat-Produktion abschloss. Die Prognose stieg von 250.000 Tonnen auf 340.000 Tonnen. Auch Walkabout Resources, ein weiteres Bergbauunternehmen, veröffentlichte dieses Jahr einen neuen Machbarkeitsbericht und bereitet den Bau der Lindi-Jumbo-Mine vor. Zahlreiche weitere tansanische Graphitprojekte befinden sich bereits in der Phase der Investitionsakquise, und diese neuen Projekte sollen den Graphithandel Afrikas mit China weiter ankurbeln.
Veröffentlichungsdatum: 05.09.2019